2009/09/15

Unsere Wohnung

Nachdem wir den Fängen einer höchstkriminellen Wohnungsmafia entkommen sind, haben wir ein idyllisches Plätzchen ganz in der Nähe des Strandes gefunden. Es handelt sich um ein Drei-Zimmer Appartment mit 2 Bädern, 3Balkonen und einem Swimmingpool, den wir noch immer suchen Das SCHÖNSTE an unserer Wohnung waren die vielfältigen Essensreste und die dicken Asiaten-Haare unserer Vorgänger, die wir in einer 5-Stündigen Chlorputzaction vernichtet haben. Falls irgendein Leben in dieser Wohnung existierte, ist es nun vernichtet! Claudi riecht, schmeckt und fühlt noch am nächsten Tag den Chlor. Ihr geht’s wieder gut, ihre Hose hat‘s leider nicht geschafft. Nachdem wir auch den Gestank mit einer gehörigen Portion Febreze den Gar ausgemacht haben, fühlen wir uns nun pudelwohl hier.
Bevor eingezogen werden kann, steht uns noch ein Shopping-Marathon im Wal Mart bevor. Der Plan lautet: Svenjas Smart und Isis Trolley leer räumen und als Transportmittel nutzen. Halbe Stunde auf den Bus warten, um dann festzustellen, dass keine Koffer im Bus erlaubt sind. Idee gut, Ausführung mangelhaft. Koffer weggebracht, nochmal ne halbe Stunde gewartet und schließlich doch im Wal Mart angekommen. „Ach, das kriegen wir auch noch mit…“ – lautet unsere Devise, bloß nicht ein 2. Mal fahren. Vollgepackt mit tollen Sachen, die die Wohnung schöner machen, wird sich in den „The Bus“ gequetscht. Selbst nen 17Dollar-„Staubsauger“ haben wir dabei. Trotz der lächerlichen Größe, können wir uns dieses Schnäppchen nicht entgehen lassen. `Dirrty‘ leistet seine Dienste, auch wenn es mit ihm etwas länger dauert. Weiterer Bonus: Staubsauger-Beutel inbegriffen, 3cm im Durchmesser.
Die letzte Nacht im Hotel wird nochmal aufregend: Claudi erschlägt Svenja im Schlaf. Diese denkt, es handelt sich um einen bösen Menschen, der sie mit Apfelsinen in eine Tüte gewickelt prügelt (fragt nicht!). Claudis Entschuldigung im Tiefschlaf: „Tut mir Leid, ich habe gerade die Schublade eingeräumt“ Beide brauchen DRINGEND wieder ihr eigenes Bett!
Nach Einzug in die Wohnung, beschließen wir zur Feier des Tages nach dem einen oder anderen Bierchen das Waikiki-Nachtleben zu erkunden. Was sollte man in Hawaii auch anderes machen, als in einen Irish Pub zu gehen, um die hawaiianische Kultur zu genießen J Wir haben uns noch nicht mal hingesetzt, da teilt uns die Kellnerin mit, dass unsere erste Runde spendiert wird. Is ja wie im Film, denken wir uns, aufs Zuprosten warten wir jedoch vergebens. Das Bier schmeckt trotzdem. So kann der Abend weitergehen. Es dauert nicht lange, da knüpfen wir die nächsten Kontakte. Ein netter schwarzer Military-Mann und sein Kumpel kommen mit uns ins Gespräch, gehässigerweise nennt er uns ‚Babys‘, wir mögen ihn trotzdem. Mit ihm spielen wir 2 Runden Dart, in denen er zu seiner Erschütterung ziemlich abloost. Isi gewinnt beide Runden. Dass sie dabei Punkte erschummelt, erwähnen wir an dieser Stelle nicht ;) Wir würden ihm gerne noch ein paar Fragen zu seinen US Army-Erfahrungen stellen, finden es zu diesem Zeitpunkt aber zu persönlich. Trotz seines Angebotes, uns nachhause zu fahren, entscheiden wir uns für einen entspannten Fußmarsch.
Am nächsten Tag ist der Zeitpunkt gekommen, uns etwas dem Studentenleben zu näheren. Wir beginnen die Anmeldeprozedur an der Uni in Downtown. Diese sieht folgendermaßen aus: An getrennten Tischen im Klassenzimmer sitzen (Scheiße, wie soll man denn da schnacken uns abschreiben??), und einem einstündigen, laut Svenja einschläfernden Vortrag lauschen. Anschließend von Gebäude zu Gebäude rennen, unterwegs die Hälfte vergessen, feststellen, dass auch in den USA Svenjas Unterlagen verbasselt wurden, zwischendurch ein cooles HPU-Shirt shoppen und sich die Student-ID-Wartezeit damit überbrücken, dass man sich selber Nachrichten auf die Studivz-Pinnwand schreibt („Halt die Ohren steif“ – ja Claudi, wenn das sonst niemand zu dir sagt, dann machs doch selber) Nachdem wir auch noch unser Semesterticket erwerben, geht es ans ID abholen. Anschließend fahren wir wieder einkaufen, Busfahren is ja nun umsonst. Diesmal geht’s zu ‚Don Quijote‘ um Geld zu sparen. Nach dreistündigem Preisvergleich stellen wir an der Kasse fest: Scheiße, doch zu teuer. Die Einpackkünste der Kassiererinnen sind sensationell. An der Kasse werden unsere Waren, die in Deutschland in 5 gepasst hätten, in 50 Tüten gepackt. Alles zu unserem Vorteil, so sparen wir Mülltüten. Auch wenn Svenjas Biologen-Herz schreit.

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